Labor für Endokrinologie und Zytogenetik

Dr. med. habil. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Reinhard Niemann

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Land Baden-Württemberg verleiht den Russlanddeutschen Kulturpreis 2004 für Musik an Prof. Rudolf Kehrer


Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis des Russlanddeutschen Kulturpreises 2004 wurde dem 1923 in Tiflis/Georgien geborenen Konzertpianisten Professor Rudolf Kehrer zuerkannt. Bereits als 15-jähriger spielte Kehrer öffentlich das Klavierkonzert b-Moll von Peter Tschaikowsky. 1941 wurde die Familie nach Kasachstan verbannt; Rudolf Kehrer musste für 13 Jahre sein Klavierstudium unterbrechen und seinen Lebensunterhalt als Lehrer für Mathematik und Physik bestreiten. Nach dem Tode Stalins nahm er sein Klavierstudium am Konservatorium in Taschkent wider auf und schloss es mit Auszeichnung ab.

1961 gewann Rudolf Kehrer (auf Tonträgern auch Kerer geschrieben) den zweiten Nachkriegs-All-Unionswettbewerb der sowjetischen Musikinterpreten und wurde als Professor an das Tschaikowsky-Konservatorium nach Moskau berufen. Gleichzeitig wurde er Solist der Moskauer Staatlichen Philharmonie.

Konzerttourneen führten ihn in alle größeren Musikzentren der Sowjetunion und der sogenannten sozialistischen Brüderländer. Bis 1990 durfte er aus politischen Gründen nicht im Westen konzertieren. 1990 nahm er das Angebot einer Gastprofessur an der Wiener Musikhochschule an.

Professor Rudolf Kehrer leitete zahlreiche Meisterkurse; seit 1990 lehrt der Pianist unter anderem in Weimar, Wien und Zürich.


Der Innenminister von Baden-Württemberg, Heribert Rech MdL überreichte den Preis Ende Februar 2005 im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart. Die bewegende Laudatio hielt Irene Langemann, u.a. Regisseurin des Films: "Das Ende einer Odyssee; der Pianist Rudolf Kehrer" und schilderte den Lebensweg Rudolf Kehrers und ihre Begegnung mit ihm während der Dreharbeiten zu dem Film, die Kehrer u.a. wieder zurück nach Tiflis führte. "Er war einer der größten Pianisten der Sowjetunion, und er war Rußlanddeutscher... Er wurde um eine Weltkarriere betrogen."


Das Rudolf-Kehrer-Archiv in Overath, Busch 12, hat zahlreiche Tondokumente des Pianisten Rudolf Kehrer archiviert. Ein Live-Mitschnitt aus dem Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium 1998 mit Werken von Bach, Franck und Chopin wurde im vergangenen Jahr auf CD veröffentlicht (TELOS 074) und mit hervoragenden Besprechungen bedacht; sie ist im Handel erhältlich. Diese und weitere CDs können auch direkt vom Rudolf-Kehrer-Archiv bezogen werden.